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Das Bambus-Lexikon     
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Pflege und Platzbedarf der Bambuspflanzen für Einsteiger

Kulturhinweise und Tips für Einsteiger: Platzbedarf, Auswahl, Pflanzung, Einbau einer Rhizomsperre, Düngung, Schnitt

Bambus:Pflege und Platzbedarf der Bambuspflanzen für Einsteiger

In Zukunft sollte dieser Bestand regelmäßig ausgelichtet werden

Bambus liegt voll im Trend und findet Jahr für Jahr neue und begeisterte Liebhaber.

Ein kleines, für den Standort ausgewähltes Bambussortiment bereichert jeden Garten; die wintergrünen Gräser hauchen den Gärten auch in der kalten Jahreszeit Leben ein. Bambus kann über viele Jahre, auch Jahrzehnte begeistern und seinen Besitzer erfreuen. Er kann aber  auch zur Plage werden, wenn man einige wichtige Regeln nicht beachtet. Daher sollten, wie bei anderen Pflanzen auch, einige Kriterien berücksichtigt werden. Die Bambuspflege steht hier mit an 1. Stelle.

Bambus:Pflege und Platzbedarf der Bambuspflanzen für Einsteiger

Denken die Gartenbauer und Architekten nicht an das Nachbarschaftsrecht bzw. an die Endhöhe und den Platzbedarf der Phyllostachys?

Die wohl wichtigsten Fragen sollten Sie sich vor Ihrer Pflanzenauswahl beantworten: Welchen Zweck sollen die Bambuspflanzen erfüllen? Sollen sie als Sichtschutz, Solitär, Hain oder zur Dekoration dienen? Wieviel Platz habe ich insgesamt und auch für die einzelne Pflanze zur Verfügung? Wie hoch dürfen die Pflanzen werden? Möchte ich horstbildenden Bambus (Endhöhe in der Regel bis 4 Meter) oder gefallen mir die Ausläufer treibenden Arten mit dicken und farbigen Halmen bis 10 Meter Höhe besser? Sind die Standorte (Pflanzstellen) sonnig, halbschattig oder gar schattig unter Bäumen? Sind die Pflanzen dem Wind oder der Wintersonne ausgesetzt? Wie kalt kann es in meiner Region, in meinem Garten werden? Wieviel Zeit will ich für die Bambuspflege aufwenden?

Bambus:Pflege und Platzbedarf der Bambuspflanzen für Einsteiger

Juli 2009 Nähe Heilbronn: schon nach 3 Jahren viel zu wenig Fläche! Wo ist dieser Phyllostachys in 5-7 Jahren?

Platzbedarf

Es hat wenig Sinn, einen mehr als 7 Meter hoch werdenden Phyllostachys auf einer Fläche von 5 Quadratmeter zu pflanzen. Zumindest in den wärmeren Regionen (südl. von Kassel) beanspruchen einige Pflanzen bereits nach 3 Jahren einen Platz von mehr als 10 Quadratmeter, wie z. B. Ph. vivax ’Aureocaulis’ oder Phyllostachys viridiglaucescens.
Für die hoch werdenden, Ausläufer treibenden Bambuspflanzen (Phyllostachys) gilt meine Faustregel: Endhöhe mit sich selber multipliziert, ergibt den ungefähren Platzbedarf in Quadratmetern für die nächsten ca. 20 Jahre (Beispiel: Phyllostachys viridiglaucescens, Endhöhe ca. 8 Meter: 8 x 8= 64 Quadratmeter). Jeder Ausläufer treibende Bambus lässt sich allerdings durch Schnitt, Auslichten (Entfernen von Halmen und Rhizomen) auch auf kleineren Flächen halten. Nach meinen Erfahrungen wird die Wüchsigkeit der verschieden Bambusarten/-sorten immer wieder unterschätzt und ich muss zugeben, ab und an auch immer noch von mir!
Wenn Ihnen für Ihren Pyhllostachys keine größere Fläche zur Verfügung steht, müssen Sie bevor die Pflanze innerhalb der Rhizomsperre keinen Platz mehr hat, einen Teil der Pflanze entfernen, also abstechen und wieder Erde nachfüllen. Es ist sinnvoll, wenn Sie im äußeren Bereich der Pflanzfläche auf 20 - 30 Zentimeter Breite keine Halme und Rhizome wachsen lassen, also diesen Bereich laufend abstechen, Halme und Rhizome ausgraben und Erde nachfüllen.
Außerdem sollte die Halmanzahl begrenzt werden, also Halme am Boden abschneiden. Ein regelmäiges Auslichten ist das A und O! So findet Ihre Pflanze auch auf kleineren Pflanzflächen über viele Jahre Platz und bleibt doch dekorativ und wüchsig.

Ebenso ist davon abzuraten, eine Fargesia mit 4 Meter Endhöhe zu pflanzen, wenn Sie dafür nur 50 x 50 Zentimeter Platz haben. Außerdem beachten Sie bei der Pflanzenauswahl die angegebene Winterhärte, denn es ist nicht ratsam in Gegenden, in denen das Thermometer in jedem Winter unter –18° fällt, einen nicht überall winterharten Phyllostachys bambusoides oder Makinoi odereine nicht winterharte Fargeia zu pflanzen. Ebenso sollte auf diese wärmebedürftigen Arten in der Gartengestaltung in Norddeutschland und Dänemark verzichtet werden, da diese Arten auf Grund der fehlenden Sommerwärme in der Regel nicht ausreifen.

Bambus:Pflege und Platzbedarf der Bambuspflanzen für Einsteiger

Juli 2009 in Nähe Heidelberg: bei Sturm werden die Halme schon im nächsten Jahr an der Fassade scheuern und bei Schneelast auf der Terrasse liegen.

Wenn die Fragen 1- 5 geklärt sind, sollten Sie noch folgendes beachten: bei einer Verwendung als Sichtschutz an der Grundstücksgrenze sind in jedem Fall die Grenzabstände zu beachten. Bambus ist zwar ein Gras, aber auf Grund seiner verholzenden Eigenschaft wird er rechtlich inzwischen wie ein Gehölz (Baum) behandelt. Das Nachbarrecht ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Bei einer Pflanzung vor Gebäuden sollte ein gewisser Abstand je nach Sorte eingehalten werden. Im Prinzip sollte der Abstand so gross sein wie die am Standort zu erwartende Endhöhe der Halme. Die Halme und Zweige werden so hart, dass sie Fassaden beschädigen und Scheiben verkratzen können.

Die beste Pflanzzeit in Deutschland ist für alle Bambusarten und –sorten das Frühjahr, wenn sich die Böden erwärmt haben, bis zum Sommer. Die zweitbeste Pflanzzeit ist von Mitte August bis Ende September. So haben die Pflanzen noch bis zum Winter Zeit einzuwurzeln. Nur in milden Regionen kann bis zum Herbst oder auch ganzjährig gepflanzt werden.

Ausläufertreibend oder horstig?

Bambus:Pflege und Platzbedarf der Bambuspflanzen für Einsteiger

Fargesia denudata an einem vollsonnigen Standort mit beschattetem Fuß

Alle Arten und Sorten der Gattung Fargesia wachsen horstig und werden ohne Begrenzung, also ohne Rhizomsperre und ohne Kübel gepflanzt. Alle Fargesia-Arten/Sorten können durch Abstechen oder Schnitt in der Höhe, aber auch in der Breite begrenzt werden.
Fargesien wachsen wesentlich besser in lockeren und humosen Böden. Bei schweren Böden sollte in Bambuserde oder einem ähnlichen Substrat gepflanzt werden. 
Alle winterharten Fargesien (auch der Gartenbambus) wachsen sich am richtigen Standort zu wunderschönen Solitärs oder auch zu Begleitpflanzen an Teich- und Bachläufen aus. Besonders Fargesia denudata und die guten Sorten von Fargesia murielae (murieliae) finden Verwendung als blickdichte Sichtschutzhecken bis ca. 4 Meter Höhe. Bambushecken sind lebendiges Grün auch im Winter.
Alle Fargesien sind sehr schnittverträglich und pflegeleicht. Sie benötigen also weniger Bambsupflege als die Ausläufer treibenden Arten. Sie bevorzugen einen halbschattigen Standort. In warmen Regionen und an sonnigen Standorten ist eine Bodenabdeckung mit Pinienrinde oder ähnlichem Material zu empfehlen. So bleibt das Erdreich kühler und die Pflanzen verbrauchen weniger Wasser. In Regionen mit einer höheren Luftfeuchtigkeit, wie in Nord-Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg oder Dänemark fühlen sich die Fargesien besonders wohl.

Pflanz- und Pflegehinweise für Fargesia

Alle Fargesia Arten und Sorten wachsen horstig, wie eine Staude, die  von Jahr zu Jahr größer und breiter wird. Fargesien werden ohne Begrenzung, also ohne Rhizomsperre und ohne Kübel (Pflanzkorb) gepflanzt.

Besonders die vielen Sorten von Fargesia murielae und Nitida, Gartenbambus, wachsen wesentlich besser in einem lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden. Bei schweren Böden sollte in Bambuserde oder einem ähnlichen Substrat gepflanzt werden. Verdichtete Bodenschichten müssen bis zu einer Tiefe von 50 - 70 cm aufgelockert werden. Staunässe kann für die Pflanzen tödlich sein!

Pflanzung: Das Pflanzloch im Durchmesser immer mindestens 40 Zenimeter größer ausheben wie der Wurzelballen Ihrer Pflanze. Bei einem normalen Gartenboden können Sie den Aushub im Verhältnis 1:1 mit Bambuserde - Frux Bambuserde  - mischen. Bei einer Pflanzung in reine Bambuserde sind Ihre Pflanzen wesentlich wüchsiger und für 3 Monate mit Dünger etc. optimal versorgt. 
Anschließend Ihren Bambus so einsetzen, dass der Wurzelballen nicht höher oder tiefer als das umliegende Erdreich steht.  Die Bambuserde auffüllen, gut antreten und wässern. Anschließend noch einmal bis zur Höhe des umliegenden Erdreichs auffüllen und ausreichend wässern.
Eine Abdeckung mit einer 2 - 3 cm dicken Schicht aus Pinienrinde verhindert das schnelle Austrocknen- und eine Überhitzung des Bodens durch Sonneneinstrahlung. Der Boden hält besser die Feuchtigkeit und Sie müssen weniger wässern! Pinienrinde verrottet nicht so schnell wie Rindenmulch, entzieht dem Boden keinen Stickstoff und ist außerdem sehr dekorativ.
Sie haben auch die Möglichkeit, sich das Substrat selber zumischen. Mischen Sie wie folgt: 1/4 Gartenboden mit 1/4 Torf, 1/4 Humus und 1/4 Bimskies oder Tongranulat.  Das Substrat sollte mit einem Langzeitdünger aufgedüngt und dann gut angefeuchtet werden.

Fargesia-Arten/Sorten können durch Abstechen oder Schnitt in der Höhe, aber auch in der Breite begrenzt werden.
Das Substrat bzw. der Wurzelbereich, der von Jahr zu Jahr größer und breiter wachsenden Pflanze, sollte feucht gehalten werden. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer benötigen die Pflanzen wesentlich mehr Wasser als in der kühleren Jahreszeit oder in einem milden Winter. Denken Sie daran, das Blätterdach wirkt bei Regen wie ein Schirm, der normale Regen gelangt nicht an die Pflanze! Bambus liebt in der wärmeren Jahreszeit Wasser und sollte zusätzlich gewässert werden. Auch bei einer automatischen Bewässerung muss kontrolliert werden! Wer keinen 'grünen Daumen' hat, der sollte mit einem Combi-Tester den Feuchtigkeitsgehalt im Boden und im Frühjahr auch den Ph-Wert kontrollieren.

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Rhzome von Phyllostachys glauca

Bei den Ausläufer treibenden (leptomorphen) Bambusarten ist die Verwendung einer Rhizomsperre, auch Wurzelsperre genannt, dringendst zu empfehlen. Nur glückliche Besitzer eines unbebauten und riesigen Grundstücks können eventuell auf eine Rhizomsperre verzichten. Auch wenn der Bambus mitten im Rasen steht, sollten Sie ihn mit einer Rhizomsperre eingrenzen, denn er wird sonst in den nächsten 10 Jahren Ihren Garten erobern. Auch in der Nähe von Bauwerken, wie Terrassen, Teichen, Wegen und Plätzen, Nähe zum Nachbargrundstück, Kellerisolierungen oder alten Mauerwerken benötigen alle wuchernden Arten/Sorten, also alle Phyllostachys, aber auch Hibanobambusa, Pleioblastus, Pseudosasa, Sasa etc., eine gute Rhizomsperre.
Als Rhizomsperren eigenen sich nur mindestens 70 Zentimeter breite PEHD Folien, stabile Förderbänder oder mit Eisen arretierte Betonfundamente. Der Einbau einer Rhizomsperre bietet leider keine 100%-tige Sicherheit, aber doch für viele Jahre einen guten Schutz. Eine Eingrenzung mit einer Rhizomsperre ist nur eine Begrenzung auf Zeit. Wenn die Fläche innerhalb der Rhizomsperre voll mit Halmen und Rhizomen ist, muß wieder Pflatz geschaffen werden, da viele Bambusarten sonst über oder unter die Sperre wachsen. Die Bambuspflege bei den Ausläufer treibenden Bambussen bedeutet also wesentlich mehr Arbeitsaufwand.

Zitat des Präsidenten der Deutschen Bambusgesellschaft G. Sieber 2007:
"Der Einbau einer Rhizomsperre ist in unseren heutigen kleinen Gärten z.T. die einzige Möglichkeit. Wer möchte schon auf die prächtigen Halme von Phyllostachys Violascens, Spectabilis, Vivax und Co. verzichten? Wer einen dieser wunderschönen Bambusse einmal gesehen hat, möchte natürlich nicht darauf verzichten. Wird der Bambus aber in diesem Jahr gepflanzt, sind die Rhizome sicherlich noch ein paar Jahre mit dem Spaten zu kontrollieren, spätestens nach 8-10 Jahren ist die Verfolgung aussichtslos und der Ausbreitungsdrang stärker denn je. Ein angehobener Stein im Gartenweg wird noch toleriert, aber wenn sich der Terrassenbelag hebt oder das Garagentor nicht mehr zu öffnen ist, hört die beste Freundschaft unweigerlich auf.
Von dem unangemeldetem Besuch in Nachbars Gemüsebeet ganz zu schweigen. Der Handel bietet, nach dem heutigen Stand an Erfahrungen, eine hoch verdichtete 2 mm starke HDPE-(PEHD) Folie an. Diese Rhizomsperre wird mit dem größtmöglichen Durchmesser richtig eingebaut und bietet über Jahre hinweg relativen Schutz. Diese 70 cm hohe Folie ist nur leider im Moment noch teuer. Einige Bambusfreunde schrecken vom Preis zurück und versuchen sich mit alternativen Materialien, die Zeit wird zeigen, wer als Sieger hervorgeht."

Einbau der Rhizomsperre

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Heben Sie um den Pflanzbereich einen 65 Zentimeter tiefen Graben mit Spaten und Schaufel, Minibagger oder Grabenfräse aus. Anschließend stellen Sie die Rhizomsperre umlaufend in den Graben, so dass ca. 5 Zentimeter über dem Bodenniveau sichtbar bleiben und verschweißen die Enden 20 Zentimeter überlappend mit einem Folienschweißgerät oder einem Heißluftfön. Außerdem besteht die die Möglichkeit, die Enden mit einer Sicherheitsverschlußschiene zu verbinden. Anschließend füllen Sie den Graben wieder auf und verdichten den Boden gut.
Die 2., sicherlich bessere, aber arbeitsintensive Möglichkeit: Sie lassen die Rhizomsperre nicht überlappen, sondern es wird ein ca. 40 Zentimeter breiter Ausgang offen gelassen. Allerdings muss dieser Ausgang bis auf die Grabentiefe laufend kontrolliert, d. h. mehrmals im Jahr und auch die nächsten 20 Jahre (und länger)  müssen die Rhizome abgestochen und entfernt werden. Außerdem müssen die über den Rand der Sperre kriechenden Rhizome müssen regelmäßig abgeschnitten und entfernt werden. Die abgeschnitten oder abgestochenen Rhizome gehören nicht auf den Kompost, wo sie auch nach 3 Jahren noch wieder austreiben können, sondern in die Mülltonne! Denken Sie an die Bambuspflege in den nächsten 10-20 Jahren.

Bambus wächst in der Regel in jedem Gartenboden. “Wo ein Kirschbaum wächst, wächst auch ein Bambus “, so ein chinesisches Sprichwort. Alle Bambusarten/-sorten gedeihen schneller und besser in gut durchlässigen und humosen Böden. Bei zu schweren Böden sollte ein mindestens 3x so großes Pflanzloch ausgehoben werden wie der Wurzelballen Ihrer Pflanze misst. Die Sorten von Fargesia murielae -Gartenbambus- wachsen wesentlich besser in einem humosen Gartenboden. Der Erdaushub kann nach Bedarf mit Lehm, Sand und Torf, aber auch mit Kompost aus dem eigenen Garten aufbereitet werden. Nach dem Pflanzen den Boden gut antreten, einen Gießrand formen, gut anwässern und die Pflanzstelle mit Rinde oder anderem Mulchmaterial bis 3 Zentimeter hoch abdecken. Da die Pflanze nun bis zum Herbst erst einwurzeln muss, ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen Ihrer Pflanze nicht vertrocknet, aber auch nicht zu nass steht. Bambus liebt in der warmen Jahreszeit zwar Wasser, ist aber keine Sumpfpflanze. Das heißt: Staunässe ist zu vermeiden! Eine zusätzliche Düngung (Bambusdünger) lässt die Pflanze schneller und besser einwurzeln. Streuen Sie den Dünger um den Wurzelbereich und werfen Sie den Dünger nicht lieblos in die Pflanze. Je besser die Pflege, um so mehr Freude werden Sie an Ihren Bambuspflanzen haben.

Pflegehinweise

In der Regel benötigt jeder Bambus 3 – 5 Jahre um richtig einzuwurzeln und sich am Standort zu etablieren. D. h. erst nach dieser Zeit hat der Bambus die angegebene Winterhärte erreicht, die allerdings auch sehr vom Standort abhängig ist. Das bedeutet aber auch, dass Ihre Bambuspflanzen bis zu diesem Zeitpunkt zusätzlich gewässert (auch an frostfreien Wintertagen), gedüngt und in vielen Regionen mit einem Winterschutz versehen werden müssen.

Winterschutz ist bei Bambus an einigen Standorten nur in den ersten Jahren nötig, dabei reicht es nicht immer, den Wurzelbereich mit Mist, Stroh, trockenem Laub oder Häckselgut abzudecken. Da die Bambusblätter im Winter an windigen und sonnigen Standorten sehr stark in Mitleidenschaft gezogen werden können, empfiehlt es sich, kleinere Pflanze zu schattieren (Schattiergewebe oder Noppenfolie) oder zusätzlich mit einem Vlies zu schützen. In kälteren Regionen ist eine dicke Abdeckung mit trockenem Laub oder Stroh und das Aufstellen einer Schilf- oder Bambusmatte vor Winterbeginn zu empfehlen. Auch scheint ab Ende September eine zusätzliche Gabe von Mangan für eine bessere Winterhärte Ihrer Bambuspflanzen zu sorgen.

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Winterschutz an Bambusa multiplex in Anji, China. In der Regel fallen hier die Temperaturen nur in den frühen Morgenstunden im Januar unter –7°.

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Die Bambusmatte wird locker um die Pflanze gestellt und dann mit trockenem laub oder Stroh aufgefüllt.

Düngung

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Phyllostachys bissetii nach 7 Jahren an einem vollsonnigen Standort mit schwerem Boden ohne Rhizomsperre

Bambus ist ein Starkzehrer. Er wird also in der Regel ohne eine ergänzende Stickstoffdüngung seine angegebenen Endhöhen nicht erreichen. Gedüngt wird vom zeitigen Frühjahr bis zum Sommerbeginn 3x, in Abständen von ca. 4 Wochen. Pro Quadratmeter 60-150 Gramm je nach Pflanzengröße. Der im Handel angebotene Bambusdünger enthält alle für den Bambus wichtigen Nährstoffe. Außerdem können Sie jeden Rasendünger oder einen ganz normalen NPK-Dünger verwenden. Zum Düngen eignet sich auch jede Art von Mist, denn Mist hat einen hohen Stickstoffanteil. Kieselsäure ist für Bambus sehr wichtig, deshalb sollten die abfallenden Bambusblätter nicht entfernt werden. In älteren Beständen wird Kieselsäure durch das Verrotten der Laubschicht selbst produziert. Bei Neupflanzungen kann in den ersten Jahren Kieselsäure, SiO2, durch Schachtelhalmbrühe oder Steinmehl, wie Bentonit oder Lucian-Steinmehl, zugeführt werden, wenn Sie keinen Bambusbusdünger verwenden. Bambus schützt sich an heißen Sommertagen und im Winter durch Blattrollen vor der Verdunstung. Das bedeutet aber nicht in jedem Fall Wassermangel. Im Winter können die Pflanzen besonders bei schweren und undurchlässigen Böden leicht überwässert werden. In der warmen Jahreszeit sollte erst gewässert werden, wenn sich die Blätter bis nach Sonnenuntergang nicht wieder aufgerollt haben. Hier gilt die Regel: je wärmer, um so mehr Wasser vertragen die Bambuspflanzen. Eine Fargesie vertrocknet schneller, als ein Ausläufer treibender (leptomorpher) Bambus, der sich durch seine weit verzweigten Rhizome selber mit Wasser versorgen kann.

Bambus ist sehr schnittverträglich und lässt sich auch problemlos formieren. Bambushecken kommen immer mehr in Mode und gepflegte Phyllostachys Anpflanzungen sind vielerorts zu bewundern. Bambushecken sollten vom Frühjahr bis zum Sommer geschnitten werden, damit sich die Schnittstellen schnell verwachsen. Nachschneiden können Sie Ihre Bambushecke bis zum Herbst, wenn noch neue Triebe aus der Hecke schießen. Hier schneiden Sie die Neuhalme einfach ca. 1 Zentimeter über der nächsten Verzweigung ab und kürzen bei Bedarf auch die Zweige ein. Um dekorative oder besonders dicke Halme bei den Phyllostachys hervorzuheben, entfernen Sie zu dicht stehende, störende und nicht dekorative Halme. Bambushalme haben eine Lebensdauer von 8 - 12 Jahren, wobei sie ab dem 5 Jahr ihr dekoratives Aussehen verlieren und nur noch Ballast für die Pflanze sind. Außerdem erhöht das Entfernen dieser Halme im Herbst die Winterhärte; zudem wird die Wüchsigkeit der Pflanze gefördert. Wer besonders dekorative Halme hervorheben möchte, der entfernt die unteren Zweigpartien. Damit keine verholzenden Narben entstehen, werden die Zweige an den Halmen vor dem Beblättern mit dem Handrücken oder einem Holz abgeschlagen.

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Formierte Fargesienhecke zum Ende des 2. Standjahres

F. Vaupel im Januar 2005 erschienen im Bambus Journal der European Bamboo Society Sektion Deutschland e.V.



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Ich habe bis 2009 in meiner Freizeit mehr als 8500 Stunden am PC verbracht und besonders in den Wintermonaten, Abend für Abend (häufig bis zum frühen Morgen) und fast das ganze Wochenende, oft auch ungeduldig und schimpfend (wenn der Computer mal wieder seine Macken hatte) am PC verbracht!

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Fred Vaupel im Frühjahr 2005

 


 
 

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